Mein Gott, wie atemlos ich bin und erschöpft. Erschöpft ist meine Kraft, und das letzte Quäntchen Geduld ist verbraucht. Auf einem Gipfel möchte ich stehen! Oder am Ufer des Meeres. Frischen Wind will ich atmen. Ich habe Sehnsucht: nach Ruhe, nach Heiterkeit, himmlischer Weite. Guter Gott, hilf du mir, meine Gedanken zu lösen und meinen Blick zu befreien: Nun aber möchte ich Pinien und Weißwurz, Föhren und Strandnelken, Löwenzahn, Klatschmohn und Zittergras sehen, Herr, mit ganz neuen Augen! So als hättest du alles zum ersten Mal mir gezeigt. Ich möchte erleben, wie Regen der durstigen Erde den Trank reicht. Und wenn die Sonne hell aufstrahlt, will ich mich hüllen in ihre Wärme und in ihr Licht. Die freie Zeit liegt jetzt vor mir, kostbare Zeit. Ich möchte nicht, dass sie mir zwischen den Fingern zerrinnt. Ich möchte wieder sehen, wie schön die Welt sein kann. Dann Gott kann ich dir in den Ferien danken, für die Begegnungen mit den Menschen - den bekannten und den bisher unbekannten; für die freundlichen Gesichter, die mir entgegenkommen; für die vielen kleinen Dinge, die ich entdecken oder neu sehen lerne; für die Zeit, den Ameisenhaufen und die anderen Wunder zu betrachten; für die Gastfreundschaft anderer Völker; für die Möglichkeit, wieder mehr zu mir selbst zu finden; für die Bauwerke, Bilder, all die Zeugnisse der Kultur, die meinen Horizont weiten; für die Schönheit der Natur, die ich bestaune: den klaren Sternenhimmel, ... Diesen Gedanken denken und durch den Sonnentag gehen, als begänne der erste Tag meines Lebens - um diese Gnade, Herr, bitte ich dich. AMEN. (Quelle: Homepage der Diözese Eisenstadt) |