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Lesewettbewerb 2009 Die sieben Steine von Marie-Sophie Zurloh Es geschah im Jahr 1986. Mary-Ann Joysfield wohnte seit einer Woche hier in der Stadt Brighton. Sie hatte keine Freunde und war immer Außenseiterin, weil sie neu in ihrer Klasse war. Doch dann fand sie eines Morgens einen vergilbten Brief ohne Absender, auf dem in Buchstaben, die aus einer Zeitung herausgeschnitten wurden, stand: An Mary-Ann Joysfield. Voller Spannung rannte sie zu ihrem Lieblingsort, dem Baumhaus, welches sie vor ein paar Tagen bei der Erkundung der Gegend entdeckt hatte. Das Haus stand in dem angrenzenden Wald. Mit zitternden Händen öffnete sie langsam den Briefumschlag. „Endlich mal ein Brief für mich“, dachte Mary-Ann gespannt. In dem Umschlag befand sich ein kleines Stück Papier. Auf diesem stand: Folge den sieben, weißen Steinen in und um Deiner Schule und Du wirst einen schönen Schatz finden! Mary-Ann dachte: „Wahrscheinlich nur so ein blöder Scherz der Jungs aus meiner Klasse“. „Mary-Ann“, rief ihre Mutter plötzlich aus dem Küchenfenster, „du kommst zu spät zur Schule. Ich gebe dir dein Frühstück mit“. Mary-Ann kletterte die lange Strickleiter des Baumhauses hinunter. Der Weg zur Schule war kurz. Doch ein Blick auf ihre Armbanduhr genügte: Mary-Ann war zu spät in der Schule. Sie rannte über den Schulhof, stolperte und schlug sich ihre Handflächen auf. Sie schaute sich um und sah einen weißen Stein. Da stand auch schon ein Mädchen neben Mary-Ann und reichte ihr ein Papiertaschentuch. Sie fragte besorgt: „Geht es dir gut?“ „Ja, ich denke schon“, antwortete Mary-Ann. „Ich heiße übrigens Rebecca Lorence“, sagte die Fremde vorsichtig. „Mary-Ann Joysfield“, erwiderte Mary-Ann, wischte sich die Hände an dem Taschentuch ab und gab Rebecca die Hand. „So, ich muss jetzt aber rein“, sagte sie, „Auf Wiedersehen“. Mary-Ann ging die Treppe vor der Schule hinauf und schon sah sie den zweiten, weißen Stein, er glänzte noch mehr als der erste. Sie hob ihn auf und betrachtetet ihn. Mary-Ann strich mit dem Daumen über die Oberfläche. Der weiße Stein war glatt und kalt. Flüchtig steckte sie ihn in die Hosentasche und rannte in die Schule. Im Klassenzimmer angekommen, musste sie erst einmal ihr Zuspätkommen erklären. „Mein Wecker hat zu spät geklingelt“, log Mary-Ann zügig. Aber der Lehrer kannte alle Ausreden und trug sie ins Klassenbuch ein. Mary-Ann setzte sich auf ihren Platz und träumte wie immer, ein Grund weshalb die Lehrer sie nicht mochten. Doch was war das, dort auf der Fensterbank lag noch ein weißer Stein, der dritte. Sie saß am Fenster, deshalb steckte sie auch diesen Stein heimlich in ihre Hosentasche. In den Pausen stand Mary-Ann immer alleine an der Mauer hinter der Schule. Hierher kam fast nie ein Schüler. Die lauten Rufe der anderen, die vom Schulhof herüberklangen, erinnerten Mary-Ann an die Zeit in ihrer alten Schule. Doch die Trauer verging, als sie auf der Mauer schon den vierten weißen Stein sah. „Woher weiß die Person, die mir den Brief geschrieben hat, wo ich in den Pausen immer stehe?“, fragte sich Mary-Ann. Nach kurzem Überlegen landete auch dieser Stein in ihrer Hosentasche. Schon bald klingelte es zur dritten Stunde. Erst in der zweiten Pause fand Mary-Ann den nächsten und fünften weißen Stein. Er lag auf dem Waschbecken der Mädchentoilette. „Der Verfasser des Briefes muss ein Mädchen sein“, kombinierte Mary-Ann blitzschnell, „und übrigens, nur noch zwei Steine, dann bekomme ich einen Schatz!“ „Was machst du denn da?“, fragte eine Stimme plötzlich. Rebecca war durch die Tür gekommen und stand nun neben Mary-Ann. „Ach, du bist es“, sagte diese, der das Herz vor Schreck fast in die Hose gerutscht war. Sie zögerte. Sollte sie wirklich von ihrem Geheimnis erzählen? Doch dann berichtete sie: „Ich suche sieben weiße Steine, denn ich habe einen Brief bekommen, in dem steht, dass ich, wenn ich alle sieben Steine gefunden habe, einen Schatz erhalte. Ich brauche nur noch zwei Steine. Wenn du willst, kannst du mir mithelfen, zu suchen!“ „Okay, mit Vergnügen“, erwiderte Rebecca freundlich. Da wurde ihr Gespräch vom Klingeln der Schulglocke unterbrochen. Als die beiden über den Flur zurück zu den Klassenräumen gingen, rief Rebecca plötzlich: „Guck mal, da ist schon ein Stein“ „Oh, danke“, sagte Mary-Ann, hob in auf und überreichte ihn Rebecca. „Diesen Stein darfst du behalten, den hast du gefunden! In welcher Klasse bist du eigentlich?“, fragte Mary-Ann. „In deiner Parallelklasse“, antwortete Rebecca und nahm das Geschenk an sich. „Okay, dann Tschüss“, rief Mary-Ann, bevor sie in ihre Klasse ging. In den nächsten zwei Schulstunden fand sie den letzten Stein nicht. Und auch die nächsten drei Tage waren Mary-Ann und Rebecca erfolglos. Am vierten Tag trafen sich die Beiden, um zu beraten, wie es mit der Suche weitergehen sollte. Doch eine Sache brannte Mary-Ann noch auf der Seele, die sie unbedingt loswerden wollte. Deshalb fragte sie Rebecca: „Wir haben jetzt so viel zusammen gemacht, wollen wir nicht Freundinnen werden?“ Rebecca lächelte. „Sehr gerne“, meine sie und fügte seufzend hinzu, „dann befrei ich dich jetzt erst ein mal von der Traurigkeit, den siebten weißen Stein nicht gefunden zu haben. Hier ist er“, sagte Rebecca, streckte ihre Hand aus und da lag er, der siebte weiße Stein. „Wie ... wie ... wie? Hast du ...? Du hast mir den Brief geschrieben! Aber warum?“, fragte Mary-Ann. „Ich habe auch keine Freunde, ich bin erst seit einer Woche hier in Brighton, genau wie du“, erklärte Rebecca. „Und was ist der Schatz?“, fragte Mary-Ann gespannt und glücklich. „Ich, ich bin der Schatz. Denn wir sind in der gleichen Situation und wir könnten Freundinnen, beste Freundinnen, für immer und ewig werden“, erklärte Rebecca überglücklich. „Ja, so machen wir das“, rief Mary-Ann begeistert und drückte ihre neue Freundin. Und sie wurden beste Freundinnen, verschwiegen sich nie etwas und gingen immer gemeinsam durch den schwierigen Schulalltag und durch die schönen und nicht so schönen Ereignisse des Lebens.
Entscheidung des Plattdeutschen Lesewettbewerbs auf Kreisebene von Februar 2006 Leonie Bußmann-Wöhle aus der Klasse 5a wurde im Februar 2006 Schulsiegerin der Roncalli-Realschule beim Plattdeutschen Lesewettbewerb. Damit war sie gleichzeitig für die Entscheidung auf Kreisebene qualifiziert. Am Donnerstag, dem 30.03.2006, war es soweit. Unterstützt von Mutter, Großmutter und einem „Fanclub“ trat Leonie zur kreisweiten Entscheidung im Fürstenberg- Gymnasium Recke an und sie machte ihre Sache gut. Die Jury, bestehend aus sieben Mitgliedern, die fast alle das Plattdeutsche als ihre Muttersprache betrachten, kürte Leonie zur 2. Siegerin ihrer Altersklasse. Alle Schülerinnen und Schüler trugen einen von ihnen selbst ausgewählten Text auf Plattdeutsch vor, der nach Schwierigkeit des Textes, Leserichtigkeit, Lesetempo und Textgestaltung durch Betonung bewertet wurde. Die anfängliche Nervosität verflog bei den meisten nach dem ersten Satz und für die Zuhörenden war es ein großes Vergnügen, den meist lustigen Geschichten zu lauschen. Der Jury fiel ihre Entscheidung angesichts der vielen guten Leistungen sehr schwer. Bei der Siegerehrung betonte der Vorsitzende des Kreisheimatbundes, Herr Hüser, dass die Heimatvereine der Region hoffen durch diesen Wettbewerb, der seit 1997 jährlich stattfindet, die plattdeutsche Sprache auch bei den jungen Menschen lebendig zu halten. Alle, die an diesem Wettbewerb teilgenommen haben, ob als Aktive oder Publikum können sich diesem Wunsch nur anschließen, und dass dies keine vergebliche Hoffnung ist, hat Leonie mit ihrer tollen Leistung unterstrichen. Herzlichen Glückwunsch!
An der Roncalli-Realschule werden Rechtschreibfehler in Anlehnung an das Konzept von Sommer-Stumpenhorst wie folgt korrigiert: | Abk. | Bezeichnung | Beschreibung | Was ich können muss, um alles richtig zu schreiben: | | UW | Unlesbare Wörter Wortfragmente | Unlesbare oder zweideutige Schreibweise: ausgelassene Punkte/Striche: keine lautorientierte Schreibung | Ich muss lesbar schreiben. | | LB | falsche Lautordnung Buchstabenordnung Zuordnung | Buchstabenunsicherheit: nicht korrekte Zuordnung von Laut und Buchstabe z.B.: p/b t/d -lich / -lig | Ich muss den hörbaren Lauten die richtigen Buchstaben zuordnen. | | LD | Sprachliche Durchgliederung | Buchstabenauslassungen, -vertauschungen z.B.: abenlich / gliech | Ich muss die Lautfolge in eine korrekte Buchstabenfolge übertragen. | | LV | Langer/kurzer Vokal | Nichtbeachtung regelhafter Kennzeichnung langer und kurzer Vokale z.B.: Biene, Saal, Wal Wall | Ich muss die regelhafte Schreibung bei lang gesprochenem ,,i“, bei Vokalverdopplung und nach kurz gesprochenen Vokalen beachten. | | WA | Wortart bestimmen | Nicht korrekte Groß- oder Kleinschreibung z.B.: ausruhen, das Ausruhen | Ich muss die Schreibung der verschiedenen Wortarten beachten. | | WU | Wort umformen | Wort wurde nicht auf seinen Ursprung zurückgeführt oder abgeleitet, z.B.:die Unbeschwertheit / - schwer | Ich muss wissen, dass der Wortstamm auch in Ableitungen erhalten bleibt. | | WZ | Wort zerlegen | Wort wurde nicht in seine Bestandteile (Morpheme) zerlegt, nicht korrekte Wortzusammensetzungen z.B.: das Ver-bots-schild | Ich muss zusammengesetzte Wörter in ihre Bestandteile zerlegen können. | | SA | Auslassungen/ Hinzufügungen | Ausgelassene oder hinzugefügte Wörter (auch sinnhafte Ersetzungen) | Ich muss sinnvolle (grammatikalisch richtige) Sätze bilden können. | | SZ | Satzzeichen | Nicht korrekte Setzung der Satzzeichen | Ich muss Satzzeichen richtig setzen können. | | SF | Satzabhängige Fehler | Fehler, die nur aus dem Satzzusammenhang zu vermeiden sind z.B.: großer Satzanfang / dass / das | Ich muss die Schreibung der Wörter im Textzusammenhang betrachten können. | | AL | Ausnahmen, Lernwörter | Lernwörter, Wörter die nicht regelhaft geschrieben werden | Ich muss auf Ausnahmeschreibungen aufmerksam werden und unbekannte Wörter im Wörterbuch nachschlagen können. | |